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Drei Mitarbeiter des Tierheims sind Zeugen der Hinrichtung des kleinen, verängstigten
Hundes |
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Gästebuch
für Fiodor KLICK
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unser Gästebuch nur für 500 Einträge ausgelegt ist, haben wir die
ersten 180 Einträge gelöscht um wieder Platz für neue Kommentare zu schaffen.
Wir haben jedoch alles archiviert.
Die ersten Schüsse werden auf den sich auf einem Feld befindenden Hund abgegeben. Der Schütze ist zu diesem Zeitpunkt ca. 30 m entfernt auf einem Feldweg, stehend neben seinem Auto. Der Hund befindet sich etwa 2 km entfernt von der Autobahn. Der Hund zuckt zusammen und wechselt dann die Richtung. Sowohl Marina als auch Saskia können klar erkennen, dass der Hund sichtlich langsam wird, beiden ist klar, dass das Tier getroffen worden ist. Aus dem uns vorliegenden Obduktionsbericht ist ersichtlich, dass der Hund einen Treffer am Bauch erhalten hat. Es sind zu dem Zeitpunkt noch keine inneren Organe verletzt; der Hund hätte noch eine sehr gute Chance gehabt, nach einer Operation zu überleben. Er war jetzt so langsam, dass es für unsere Mitarbeiter ein Leichtes gewesen wäre, ihn einzufangen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt konnte niemand mehr behaupten, der Hund würde eine Gefahr für andere darstellen.
Was nun passiert, werden unsere Mitarbeiter wohl nie mehr vergessen. Der Schütze in dem Privatfahrzeug gibt Vollgas und rast dem Hund, der leider auf einen Feldweg gelaufen ist, hinterher. Unser Mitarbeiter Sven Andersen, der ebenfalls im Auto in die Richtung unterwegs ist, und dem die Polizisten in den Dienstfahrzeugen gesagt haben, wo der Hund zu finden sei (für uns deshalb klar, dass sie ebenfalls nicht wussten, dass S. die Absicht hatte, das Tier zu erschiessen. Seit wann schickt die Polizei Menschen ins Schussfeld...?) merkt jetzt, was der Schütze vorhat und verfolgt ihn mit dem Auto, weil er hofft, ihn noch stoppen und zur Vernunft bringen zu können.
S. holt den mittlerweile sichtlich schwächer werdenden, am Wegrand laufenden Hund ein und gibt, direkt neben ihm fahrend, aus einer Distanz von maximal 2 m zwei Schüsse seitlich auf ihn ab, die laut Obduktionsbericht das Lungenparenchym und das Mediastinum hochgradig zerstören. Der Hund hat jetzt keine Chance mehr!
Sven, der jetzt kurz hinter S. fährt, muss hilflos mit ansehen, wie das wehrlose, schwerstverletzte Tier zusammenbricht. S. steigt aus seinem Fahrzeug, Sven ebenfalls, es gibt ein sehr heftiges Wortgefecht, Sven fühlt sich bedroht, weil S. immer noch die Waffe in der Hand hält und der Meinung ist, der Lauf sei im Eifer des Gefechts mehrmals auf ihn gerichtet gewesen.
Zu diesem Zeitpunkt lebt der kleine Hund immer noch, er zuckt im Todeskampf, röchelt und seine Augen quellen weit hervor. Sven brüllt S. an:" Der Hund lebt noch, siehst du das nicht?" Erst dann setzt S. den letzten Schuss, der dem Hund, wie aus dem Obduktionsbericht ersichtlich, die Schädeldecke durchschlägt und zwei Halswirbel bricht. Mittlerweile treffen Saskia und Marina am Tatort ein. Saskia bricht weinend zusammen und wirft dem Schützen vor, dass kein anderer Polizist die Absicht gehabt hätte, zu schiessen, so wie ihr versichert worden ist. Sofort fragt S. wütend seine mittlerweile eingetroffenen Kollegen, wer dies behauptet hätte. Sven ruft mich an, ich bitte ihn, den Namen des Schützen zu erfragen und Fotos von dem toten Tier zu machen.
S. nennt trotz Aufforderung seinen Namen nicht, wird aber von Saskia erkannt, weil sie mehrmals bei den Verhaltensüberprüfungen der sogenannten Kampfhunde dabei war, die das Veterinäramt Ludwigsburg im Beisein von S. durchgeführt hat. Saskia, die ein Fotohandy dabei hat, fotografiert den toten Hund von allen Seiten.
S. verhindert, dass die Tierheimmitarbeiter den toten Hund in die Hände bekommen, sagt aber, dass das Tier zum Veterinäramt Ludwigsburg gebracht wird.
Die Besitzerin des Hundes holt das tote Tier am Montagmorgen dort ab, um es kremieren zu lassen. Auf meine Bitte hin überlässt sie uns den Tierkörper vorläufig, so dass die Obduktion gemacht werden kann. Anschliessend wird das Tier von einer Bestattungsfirma abgeholt.
Ursula
Gericke
Liebe
Tierfreunde,
wir
danken Ihnen für das große Interesse am Schicksal Fiodors und für die
zahlreichen Beiträge.
Leider häufen
sich die unsachlichen Diskussionen und arten teilweise in Beschimpfungen und
Beleidigungen aus. Wir behalten uns aus diesem Grund vor, Einträge zu löschen
bzw. das Gästebuch „Fiodor“ zu schließen.
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haben Sie die Möglichkeit für Kommentare: KLICK
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An
alle Tierfreunde, die am Tod des kleinen Fiodor Anteilnahme genommen haben
Liebe
Tierfreunde,
wir
sind selbst überrascht, wie viele Menschen sich aufgrund unserer Veröffentlichung
zu Wort gemeldet haben. Zu der Frage, die uns immer wieder auch
telefonisch und von Menschen, die uns im Tierheim besucht haben gestellt
wird:
Ja,
wir werden selbstverständlich Anzeige gegen Herrn S. erstatten. Unser
Rechtsanwalt wird die Anzeige aufsetzen und direkt an die Stuttgarter
Staatsanwaltschaft senden.
Nein,
wir möchten nicht einen Hass auf die ganze Polizei entfachen. Wir sind
fest überzeugt, dass das die Tat eines Einzelnen war.
Wir
möchten klar stellen, dass es sich hier um einen Einzelfall handelt. Es
ist nicht üblich, dass kleine, ängstliche Hunde von der Polizei
abgeknallt werden.
Ich
bin seit 26 Jahren beim Tierschutzverein Ludwigsburg angestellt und habe
vorher jahrelang in zwei weiteren Tierheimen gearbeitet. Ich habe unzählige
Einsätze mit und ohne Polizei erlebt und unzählige Hunde mit oder ohne
Polizei einfangen können. Unser Tierheim besitzt zwei Hundefallen und
Fangnetze, unser Personal hat oft genug bewiesen, dass es in der Lage
ist, auch scheue und schwierige Hunde zu fangen. Allein im letzten Jahr
haben wir in unseren Fallen im gesamten Kreis Ludwigsburg fünf wirklich
scheue Hunde einfangen können.
So
ist in Ludwigsburg Eglosheim im Frühjahr ein grosser, ängstlicher Hund
tagelang herum gestreunt, innerhalb ein paar Tagen konnten wir ihn in die
Falle locken.
Zwischen
Gerlingen und Ditzingen rannte ein kleiner Mischling tagelang über die
Felder. Auch er hätte binnen weniger Minuten auf die AB rennen können.
Nach einigen Tagen war der Hund so ausgehungert, dass er in unsere Falle
ging.
Wir
haben oft um das Leben diverser Hunde gebangt. Aber wir sind niemals auf
die Idee gekommen, dass ausgerechnet ein Polizeihundeführer ihrem Leben
ein grausames Ende setzen würde.
Deshalb
appellieren wir an alle Hundebesitzer:
Es
macht keinen Sinn, jetzt die gesamte Polizei zu verdammen. Viele
Polizeibeamte kommen regelmässig zu uns ins Tierheim und bringen
Fundhunde, die sie sorgfältig eingefangen haben.
Oft
hat uns die Polizei geholfen, Tiere einzufangen.
Oft
haben wir zusammen mit Mitarbeitern der Polizeihundestaffel Hunde aus
Wohnungen oder Grundstücken geholt. Geschossen wurde nie, obwohl
keineswegs alle Hunde freundlich waren. Wenige Tage vor dem schrecklichen
Ereignis haben wir zusammen mit der Polizeihundestaffel einen angeblich
gefährlichen 40kg schweren Rottweilerrüden aus einer Wohnung geholt,
weil die Halter sich durch den eigenen Hund bedroht fühlten.
Oft
habe ich erlebt, dass die Polizei eine Unfallstelle abgesperrt hat, sodass
wir in Ruhe verletzte Tiere bergen konnten. Einmal wurde eine ganze
Fahrspur auf der AB gesperrt, weil ein Schwanenpärchen dort verunglückt
ist, wir wurden angerufen und konnten die Tiere bergen.
Unzählige
Polizeibeamte halten in ihrer Familie Tiere, die sie aus unserem Tierheim
geholt haben. Viele Polizisten haben sich bei uns gemeldet. Sie sind
genauso entsetzt über den Vorfall wie wir selbst.
Der
Tierschutz muss mit der Polizei zusammen arbeiten.
Entlaufene
und gefundene Tiere müssen der Polizei gemeldet werden. Wir sind überzeugt,
dass sich eine solche Tat nicht wiederholen wird.
U.Gericke
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Leserbrief
von Traude Wiederhold
Niemand bestreitet, dass ein in Panik
geratener Hund auf der Autobahn eine Gefahr für Menschenleben darstellt
und professionelles Eingreifen verlangt. Auch wenn der Hund am Morgen in
der Nähe der Autobahn gesehen worden war, bestand Stunden später, zum
Zeitpunkt des Polizei-Einsatzes, 2 km von der A 81 entfernt, keine Gefährdung
der öffentlichen Sicherheit und absolut keine Rechtfertigung für solches
Eingreifen. Vom Beamten S, einem langjährigen Mitglied der
Polizei-Hundestaffel, hätte schon aufgrund seiner Berufserfahrung im
Umgang mit Hunden professionelles situationsgerechtes Handeln
erwartet werden dürfen, zumal drei erfahrene Tierpfleger vor Ort
waren und ein vierter, mit dem verschreckten Hund vertrauter Pfleger aus
seinem bisherigen Tierheim auf dem Weg hierher war.
Der ältere kleine Hund war seit zwei Tagen
auf der Flucht, war hungrig, durstig und ausgepowert und zog zudem eine
Leine hinter sich her, die das Einfangen des absolut friedlichen Hundes
wesentlich erleichtert hätte. Daß eine Hetzjagd mit mehreren Autos, der
Einsatz von Diensthunden, das Geschrei vor Ort, wie geschildert, die Panik
des älteren kleinen Hundes ins Unermessliche steigerte, machte das Bemühen
unserer im Einfangen verängstigter Hunde erfahrenen Tierpfleger zunichte.
Fassungslos wurden sie zu Zeugen der Wahnsinnstat eines „Einzelkämpfers“,
der in der Folge alles daran setzte, seine brutale unangemessene
Handlungsweise als Dienst an der öffentlichen Sicherheit darzustellen. Während
des Fahrens in seinem Privatwagen schoß er aus dem Fenster mehrmals auf den
kleinen Hund, traf zunächst gar nicht, dann ungenau – er musste ja den
Wagen lenken. Gleichzeitiges Fahren und präzises Schiessen schliessen
sich gegenseitig aus. Jedem Menschen ohne Uniform wären auf der Stelle
sowohl Führerschein wie Tatwaffe samt Waffenschein ohne Wiederkehr
abgenommen und das Faustrecht mit der Waffe mit drastischen
disziplinarischen Maßnahmen quittiert worden. Der Bürger darf zu Recht
erwarten, dass schiesswütige Kriminelle in Uniform, die eine Gefahr für
die Gesellschaft und einen Schandfleck für ihre Behörde und alle
gutwilligen Kollegen darstellen, für immer aus dem Verkehr gezogen
werden. Der liebe kleine Fiodor
wusste, weshalb er vor den Menschen floh…
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An
das
Tierheim Ludwigsburg
Tierheimleiterin
Kugelberg 20
71642 Ludwigsburg
Fiodor
Sehr
geehrte Frau Gericke,
wir erhielten am 11.02.2011 um 08.44 Uhr einen Anruf von der
Polizeidirektion Kornwestheim (Tel. 071541313202).
Eine
weibliche Polizeibeamte erklärte, dass man dabei sei, Fiodor zu fangen.
Ich bat sie, behutsam und bedacht vorzugehen, da es sich bei Fiodor um
einen äußerst ängstlichen, jedoch keinesfalls aggressiven Hund handeln
würde. Unseren Erfahrungen nach sei es Fremden nicht möglich, diesen
Hund einzufangen. Er würde aus seiner riesengroßen Angst heraus um sein
Leben laufen. Das hatte er auch gemacht, als er aus Polen zu uns gekommen
war und uns noch nicht vertraute. Ich bat die Polizeibeamte darum, im
Notfall einen Veterinär mit einem Blasrohr zu Hilfe zu holen, um Fiodor
zu betäuben und dann einfangen zu können. Eindringleich schilderte ich,
dass die Angst des Hundes nur
größer werden würde, je mehr er sich verfolgt fühle. Man sollte Fiodor
bitte nur beobachten. Unser Mitarbeiter Herr Czerwenka, dem der Hund
vertraute und der sich wirklich mit Hunden auskennt, würde sich umgehend
auf den Weg machen. Man sollte seine Ankunft unbedingt abwarten. Nur so könnte
Fiodor geholfen werden.
Herr
Czerwenka machte sich tatsächlich sofort auf den Weg und teilte dies der
Polizei unter der o. g. Nummer telefonisch von seinem Handy aus mit. Es
ist uns völlig unverständlich, wie man die Treibjagd auf den in
Todesangst um sein Leben laufenden Hund auch nach diesem Telefongespräch
fortsetzen konnte. Zu diesem Zeitpunkt wussten die Beamten, dass von
Fiodor keinerlei Gefahr ausgeht und dass er von unserem Tierpfleger
eingefangen werden würde. Aber nein, man lies unseren Mitarbeiter Herrn
Czerwenka 5 Stunden fahren, ohne ihm mitzuteilen, dass man Fiodor bereits
bestialisch umgebracht hatte. Das ist nicht nur ein kosten- und
zeitintensives Versäumnis und eine Missachtung der Persönlichkeit
unseres Kollegen, es ist auch ein moralisch nicht vertretbares Handeln.
Während
des anfangs erwähnten Telefongespräches sagte die Beamte übrigens, dass
der Hund jetzt Richtung Autobahn laufen würde. Auf meine Nachfrage, wie
sie das denn wissen könnte erklärte sie, dass sie mit der
Einsatzzentrale verbunden sei. Ich nutze diese Situation um erneut daran
zu appellieren, die Jagd auf den Hund einzustellen, wie wir jetzt wissen
leider vergeblich.
Mit
einem derart ignoranten und lebensverachtenen Verhalten gewinnt die
Polizei kein Vertrauen, im Gegenteil. Auch wir würden im Fall eines
entlaufenen Hundes in Zukunft weder eine Suchmeldung an die Polizei senden
noch diese um Hilfe bitten. Der sinnlose Tod von Fiodor, verursacht von übereifrigen
Beamten, die nicht bereit waren, aus unserem Wissen um den
Hund, der über ein Jahr bei uns war, die entsprechenden Konsequenzen zu
ziehen, wird uns ein für alle mal vor einem solchen Fehler bewahren.
Es
grüßt Sie freundlich
Angela
Rogalli
Tierheimmitarbeiterin
Mit
freundlichen Grüßen
Heike
Falkenberg
Vereinsvorsitzende
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Leserbrief in der Bietigheimer Zeitung Opfer
eines übereifrigen Ordnungshüters Es
ist unvorstellbar, was letzte Woche passiert ist. Ein kleiner, älterer
Hund wird von einem allein in seinem Privatfahrzeug sitzenden
Polizeihundeführer etwa zwei Kilometer von der Autobahn entfernt mit
einer Handfeuerwaffe aus einer Distanz von rund 50 Metern angeschossen.
Anschließend hetzt der Schütze das Tier mit dem Auto über die Feldwege
und gibt weitere Schüsse ab - bis der Hund tot zusammenbricht.
Im Zusammenhang mit diesem Vorfall, müssen einige Fragen gestellt und von
den zuständigen Stellen auch schlüssig beantwortet werden: Seit wann ist
eine Polizeipistole dafür geeignet, über eine so große Distanz sicher
zu treffen? Darf ein Polizeihundeführer, der so unüberlegt handelt, künftig
überhaupt noch eine Schusswaffe tragen? Welche Gefahr geht von einem
Beamten aus, der gleichzeitig sein Fahrzeug steuert, einen Hund verfolgt
und mehrfach aus dem geöffneten Autofenster schießt?
Drei Tierheimmitarbeiter waren im Einsatz. Der Hund war bereits so geschwächt,
dass es nur eine Frage der Zeit gewesen wäre, ihn einzufangen. Und es hätte
Alternativen zu den tödlichen Schüssen gegeben. Warum wurde nicht der
Tierarzt der Wilhelma eingeschaltet, der über ein Betäubungsgewehr verfügt
und beim Einfangen von scheuen Tieren sehr erfahren ist?
Warum wurden die Besitzer des Hundes nicht von der Polizei informiert, und
warum wurde ignoriert, dass zwei dem Hund vertraute Pfleger des Tierheims,
aus dem er stammte, auf dem Weg waren . Zu ihnen hat das Tier Vertrauen
gehabt und es hätte sich einfangen lassen. So wurde es das Opfer eines übereifrigen,
gedankenlos handelnden Ordnungshüters, der Ludwigsburg offenbar mit der
weiten Prärie des Wilden Westens verwechselt hat. Wir erwarten
Konsequenzen!
Christoph Bächtle,
Zweiter Vorsitzender des
Tierschutzvereins Ludwigsburg |
|
Landestierschutzverband
Baden-Württemberg e. V.
Unterfeldstraße
14 B · 76149 Karlsruhe · Tel.: (0721) 70 45 73 · Fax: (0721) 70 53 88
Homepage
: Landestierschutzverband-bw.de
E-Mail:
Landestierschutzverband-bw@t-online.de
1.
Vorsitzender: Herbert Lawo
17.
Februar 2011
Pressemitteilung
Hund
von Polizei erschossen - greifen Beamte vorschnell zur Waffe?
Am Freitag wurde auf einen Feld bei Ludwigsburg ein
Hund von einem Polizisten getötet. Der Beamte schoss offensichtlich
mehrfach aus dem fahrenden Wagen auf das Tier und verletzte es schwer.
Mitarbeiter des örtlichen Tierheims wurden Zeugen der tödlichen Treibjagd.
Der Landestierschutzverband setzt auf Betäubungsgewehre und fordert bessere
Qualifikation bei Polizisten im Einsatz mit Tieren.
Frei
herumlaufende Tiere sind in Baden-Württemberg keine Seltenheit.
Verkehrsmeldungen warnen fast stündlich vor „Gefahr durch und für
Tiere“ - Wildtiere, sowie entlaufene Nutztiere oder Haustiere geben dazu
jeweils Anlass. In Zusammenarbeit mit erfahrenen Tierschützern oder
Tierhaltern gelingt es in der Regel, die meisten Nutz- und Haustiere wieder
einzufangen und ihren Besitzern zurückzugeben, zumindest bei Hunden ist die
Erfolgsquote hoch.
Der
kniehohe und schon etwas ältere Mischlingsrüde Fiodor hatte dieses Glück
am vergangenen Freitag jedoch nicht. Seinen neuen Besitzern davongelaufen, völlig
ortsunkundig und schon länger unterwegs, wurde er hungrig und erschöpft
auf einen Feld ca. 2 km entfernt der A 81 gesichtet. Polizisten in Uniform
und drei Helfer des örtlichen Tierschutzvereins sicherten das Terrain und
versuchten ihn einzufangen, als nach Zeugenaussagen ein weiterer Beamte der
Polizeidiensthundestaffel die Sache selbst in die Hand nahm und auf den Hund
schoss. Im Auto verfolgte er den offensichtlich verletzten Hund und gab aus
dem fahrenden Wagen weitere Schüsse auf das flüchtende Tier ab. Bei dem
Tier angekommen, setzte er Fiodors Qualen dann mit dem vierten Schuss ein
Ende. Die Tierheimmitarbeiter, die bereitstanden, den verletzten Hund
einzufangen, waren schockiert.
Auch
der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Herbert Lawo verurteilt die
ihm geschilderte Vorgehensweise auf’s Schärfste. „Der
Schusswaffengebrauch war in der beschriebenen Situation völlig
unangemessen, denn durch den Hund bestand keine direkte Gefahr für
Verkehrsteilnehmer. Zudem waren im Umgang mit Hunden erfahrene
Tierheimmitarbeiter vor Ort, um das vermutlich bereits ermüdete und erschöpfte
Tier einzufangen. Selbst wenn ihnen das nicht gelungen wäre, hätte man genügend
Zeit gehabt, einen Tierarzt mit einem Betäubungsgewehr hinzuzuziehen, so
wie es anscheinend am Dienstag in einem ähnlichen Fall im benachbarten
Erdmannhausen problemlos funktioniert hat. Selbstverständlich hat die Bevölkerung
ein Recht darauf, dass diese Aktion, die an schlechte Wildwest-Manier
erinnert, behördenintern aufgeklärt wird und Konsequenzen hat.“
Autobahnpolizei,
Berufsfeuerwehr und ländliche Polizeidienststellen sollten nach Lawos
Ansicht zur sicheren und maßvollen Gefahrenabwehr auf Verkehrsstrecken
obligatorisch mit Betäubungsgewehren ausgerüstet werden. Schließlich führen
nicht nur Haustiere, sondern auch Wildtiere oder ausgebrochene Kühe,
Rinder, Schafe, Pferde und andere Tiere aus der Weidehaltung ständig zu gefährlichen
Situationen im Straßenverkehr. Der schnelle Griff zur Waffe, um das
jeweilige Tier zu töten, ist nicht akzeptabel, zumal es oft - wie auch im
Ludwigsburger Fall - mehrerer Versuche bedarf, verbunden mit grausamem
Leiden, bis das Tier tödlich getroffen ist. Erst Anfang Februar wurde bspw.
ein Merinoschaf bei Eppingen von Polizeibeamten erschossen, weil es an der
Bundesstraße 293 und der Bahnlinie Eppingen-Richen entlang lief und
angeblich nicht eingefangen werden konnte.
Wäre
die Polizei in solchen Situationen mit Betäubungsgewehren ausgerüstet und
würde über entsprechend sachkundiges Personal verfügen oder mit
entsprechend erfahrenen Tierärzten zusammenarbeiten, könnte schnell und
vor allem angemessen reagiert werden - zum Schutze von Mensch und Tier.
„Der
Gebrauch von tötenden Schusswaffen gegen herumirrende Tiere kann auch eine
Gefahr für alle beteiligten Personen heraufbeschwören. Angeschossene und
Verfolgungsjagden ausgelieferte Tiere reagieren panisch. Dies kann zu einer
Eskalation der Situation führen. Zum Schutze aller sollten endlich
intelligentere und gesellschaftlich akzeptierte Mittel zum Einsatz kommen.
Dazu gehören für solche Fälle auch Betäubungsgewehre,“ appelliert Lawo
an die zuständigen Behörden.
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Ludwigsburger Kreiszeitung 18.02.2011
Tierschutzverein will Anzeige erstatten
Zwei Seiten – zwei Standpunkte: Die Polizei
habe sorgfältig abgewogen, bevor sie den Hund erschoss. Die Tierschützer
dagegen sprechen von der „bestialischen Hinrichtung“ eines
ausgerissenen Tieres.
Am Mittwochnachmittag vor einer Woche
entwischt der achtjährige Mischlingshund durch die angelehnte Haustür.
Erst einen Tag wohnt Fiodor, der aus einem Tierheim nahe Dresden kommt,
bei der Familie. Die Besitzerin verständigt sofort die Polizei, das
Ludwigsburger und das Dresdner Tierheim, den Hundesuchdienst und die
anderen Hundebesitzer im Ort.
Immer wieder wird der mit Leine umherirrende Hund gesehen. Mal im
Ortszentrum Asperg, mal in Ludwigsburg, mal dazwischen. Am Freitag rufen
laut Polizei zwischen 9 Uhr und 11 Uhr rund 30 Autofahrer bei Polizei und
Feuerwehr an und melden gefährliche Bremsmanöver wegen eines Hundes auf
der A 81 zwischen Ludwigsburg-Süd und Zuffenhausen – Fiodor ist aus
Sicht der Polizei „eine Gefahr für Leib und Leben der
Verkehrsteilnehmer“.
Dann ruft eine Spaziergängerin Polizei und Tierheim an: Fiodor läuft in
der Nähe des Möglinger Wasserturms, nahe der Autobahn. Als die
Tierpflegerinnen Marina Procheiske und Saskia Reinhold am Wasserturm
eintreffen, wird Fiodor schon von zwei Polizeibussen über Felder gejagt.
Die Tierschützerinnen können sich, so Procheiske, dem Hund zweimal bis
auf wenige Meter nähern, dann erschrecke ihn das zu laute Geschrei der
Beamten – und er rennt wieder davon.
Gegen 10.30 Uhr kommt Tierpfleger Sven Anderson dazu. Seit einigen Minuten
wird das Tier auch von einem schwarzen Audi gejagt. Darin sitzt ein
Hundestaffelführer der Polizei. Die Szene spielt sich zwei Kilometer von
der Autobahn entfernt ab.
Plötzlich feuert der Hundestaffelführer aus dem fahrenden Auto einen
Schuss ab. Er hat Fiodor getroffen, der sich laut Tierpfleger-Trio
sichtlich langsamer bewegt. Noch ein weiteres Mal schieße der Fahrer aus
dem geöffneten Fenster, die Situation erinnert Andersen an eine
„Treibjagd“. Wieder vier Schüsse. Der Hund liegt am Boden. Noch ein
Schuss. „Das ist das Schlimmste, das ich erlebt habe, seit ich im Verein
bin“, sagt Sven Andersen später. Marina Procheiske erlebt eine
„bestialische Hinrichtung“.
Die Tierfreunde verstehen zwar, dass man den Hund aus Sicherheitsgründen
hätte erschießen müssen, wenn er auf die Autobahn gerannt wäre –
aber man befand sich erstens zwei Kilometer davon entfernt. Und zweitens:
„Der erste Schuss hat Fiodor so verletzt, dass man jede Chance gehabt hätte,
ihn bald einzufangen“, sagt Tierheimleiterin Ursula Gericke. Zumal
Fiodors ehemaliger Pfleger aus dem Dresdner Tierheim auf dem Weg war. Und
zumal man einen Tierarzt mit Betäubungsgewehr hätte rufen können –
wie kürzlich bei einem in Erdmannhausen entlaufenen Hund.
Seit gestern liegt dem Tierschutzverein Ludwigsburg der Obduktionsbericht
des Stuttgarter Veterinäramts vor. Ergebnis laut Tierheimleiterin
Gericke: Der erste Schuss hätte keine Organe verletzt und ausgereicht.
„Wir wollen keinen Krieg mit der Polizei anfangen“, sagt sie, „wir
haben ja schon in vielen Fällen erfolgreich zusammengearbeitet.“
Man plane aber eine Anzeige gegen den Hundestaffelführer. Auch der
Landestierschutzverband ist aufmerksam geworden und fordert nun „bessere
Qualifikation bei Polizisten im Einsatz mit Tieren“.
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Artikel aus der Marbacher Zeitung vom 19.02.2011
Polizist im Visier der Tierschützer
Asperg - Ein Beamter hat einen entlaufenen Hund erschossen. Er soll
angezeigt werden.
Hetzjagd
in Wildwest-Manier oder die letzte Möglichkeit, Gefahr abzuwenden? Ein
Beamter der Polizeihundeführerstaffel Ludwigsburg hat am 11. Februar auf
einem Feld bei Asperg einen entlaufenen Mischling erschossen, der bereits über
mehrere Tage gesucht und wiederholt gesichtet worden war - an jenem Morgen
auch auf der A 81. Schließlich entdeckten Polizei und Tierschützer den
Hund auf einem Feld rund zwei Kilometer von der Autobahn entfernt. Sie
versuchten, den verschreckten Mischling zu fangen, doch es gelang nicht.
Dann verfolgte ein Beamter das Tier mit dem Auto und verletzte es mit
mehreren Schüssen, bevor der letzte Schuss den Hund tötete. "Der
Schusswaffengebrauch war völlig unangemessen, es bestand durch den Hund
keine direkte Gefahr", kritisiert der Vorsitzende des
Landestierschutzverbandes, Herbert Lawo. Die Polizei solle für solche Fälle
mit Betäubungsgewehren ausgestattet werden. Der Tierschutzverein
Ludwigsburg erwägt rechtliche Schritte.
"Der Beamte musste abwägen zwischen dem Leben des Tieres und der Gefährdung
der Verkehrsteilnehmer auf einer nahe gelegenen, viel befahrenen Landstraße",
heißt es hingegen bei der Polizei. "Jemand, der wie unsere
Polizeihundeführer täglich mit Hunden umgeht, hat ein ganz besonderes Verhältnis
zu Vierbeinern. Es ist sicherlich falsch, den Kollegen als herzlosen Jäger
zu verdammen." axa
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Ludwigsburger Kreiszeitung vom 22.02.2011
Jetzt steht der Polizist unter Beschuss
Über
den Landkreis hinaus bewegt Menschen die Geschichte von Fiodor: Der acht
Jahre alte Mischlingshund war vor zehn Tagen entlaufen und von einem
Polizisten erschossen worden, weil er befürchtete, dass das Tier auf die
Autobahn gerannt wäre. Die Mitglieder des Tierschutzvereins sind
fassungslos – und haben gestern Anzeige erstattet
Im
Kern geht es um die Frage, ob es richtig war, den entlaufenen Hund zu
erschießen. Vier der sieben Schüsse des erfahrenen Hundestaffelführers
hatten Fiodor getroffen. Die Polizei begründete das Erschießen mit der
zwei Kilometer entfernt liegenden Autobahn, für die Fahrer dort hätte der
Hund gefährlich werden können. Die Tierschützer dagegen sind fassungslos,
warum der Hundestaffelführer es nicht beim ersten Schuss, der das Tier
verletzte und langsamer machte, beließ. Zweitens, warum man nicht einen
Tierarzt mit Betäubungsgewehr hinzugerufen hatte. Und drittens, warum man
den Hund zwei Kilometer von der Autobahn entfernt erschoss.
Besonders hitzig wird die Debatte im Internet geführt: Am Freitag, 11.
Februar, unmittelbar, nachdem der Hund erschossen worden war, hatte Marina
Procheiske, Mitglied im Ludwigsburger Tierschutzverein, auf Facebook die
Gruppe „Tierschutz vs. Willkür“ gegründet – die zählt inzwischen
1015 Mitglieder.
Dort
echauffieren sich nicht nur Tierfreunde aus dem Landkreis sondern auch
Hundefreunde aus Sigmaringen, Reutlingen und Essen über eine „Hinrichtung
wie sie im Buche steht“. Einige Mitglieder planen eine Sammelklage, einige
fordern Rache – „ich würde diejenigen auch gerne so jagen und erschießen“
– während andere zur Mäßigung aufrufen, man wolle sich ja nicht auf
dasselbe Niveau begeben wie der Polizist, der wild um sich geballert habe.
Nicht nur im Internet ist Fiodor ein Thema, auch bei der Polizeidirektion
Ludwigsburg gehen viele Anrufe ein. „Die ganze Diskussion verläuft sehr
emotional“, sagt Pressesprecher Peter Widenhorn. „Es ist schwierig, die
Leute auf eine sachliche Basis zu kriegen.“ Die Polizei beobachtet die
Debatten im Internet, in denen kein Raum für Gegenpositionen ist.
„Einseitige Stimmungsmache“ kommentiert Widenhorn knapp. „Für viele
ist es eine prima Gelegenheit, endlich mal ihren ganzen Frust an der Polizei
auszulassen.“ Es sei schade, dass es gar kein Verständnis dafür gebe,
dass der Polizist schwere Unfälle verhindern wollte. Man werde aber nun dem
Vorfall nachgehen und alle Zeugen befragen.
Der Tierschutzverein ist schon einen Schritt weiter und hat gestern, wie
schon in unserer Freitagsausgabe angekündigt, Anzeige bei der
Staatsanwaltschaft Stuttgart erstattet. Staatsanwältin Claudia Krauth bestätigte,
dass die Anzeige eingegangen ist. Die Staatsanwaltschaft überprüfe nun, ob
ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werde. Kommt es zu einer Anklage, wird
das Tierheim nahe Dresden, von dem Fiodor nach Asperg vermittelt wurde, als
Nebenkläger auftreten. Das Telefon von Tierheimleiterin Ursula Gericke
klingelt ununterbrochen, Menschen aus ganz Deutschland rufen an, darunter
auch der Hundestaffelführer eines anderen Bundeslandes. Die Reaktionen sind
Empörung, Wut und Trauer. Gleiches gilt für das Internet. Seit
Samstagabend ist auf der Homepage des Tierheims die Jagd auf Fiodor
dokumentiert – seitdem zählt man 2000 Zugriffe und hundert Kommentare,
sagt Gericke.
Gericke ist auch aufgefallen, dass viele Menschen Fiodors Tod dazu benutzen,
„mitzuschwimmen“ und der Polizei eins auswischen wollen. „Es macht
aber keinen Sinn, Hass auf die Polizei zu betreiben.“
Gericke betont, dass man 26 Jahre erfolgreich zusammengearbeitet habe, etwa
als man mit Hilfe der Polizei eine Entenfamilie über die Autobahn geleitet
habe. „Es wäre daher falsch, entlaufene Tiere nicht mehr bei der Polizei
zu melden.“ 26 Jahre ist sie im Tierschutzverein, zum ersten Mal habe nun
ein Polizist die Waffe gezogen. „Es war nicht in Ordnung. Es hätte genügend
Möglichkeiten gegeben, den Hund lebend einzufangen.“ Und wenn ein Tier
schon zwei Kilometer von der Autobahn entfernt eine Gefahr für die
Verkehrsteilnehmer darstelle, „dann müsste man auch jedes Reh, jeden
Dachs und jeden Fuchs erschießen“, sagt Gericke. Der Tierschutzverein
will nun den Hundestaffelführer zur Rechenschaft ziehen – er sei „ein
Einzeltäter, den die Polizei deckt“, sagt Gericke. „Ich wünsche mir,
dass dieser Mensch nie wieder diesen Job macht, dass er nie wieder mit
Tieren und Waffen in Berührung kommt.“
Janine Damm
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Stuttgarter Nachrichten vom 22.02.11
Tierschutzverein
zeigt Polizisten an
Ludwigsburg - Der Tierschutzverein
Ludwigsburg hat Anzeige gegen den Polizisten erstattet, der einen
freilaufenden Hund erschossen hat. Die Mitglieder rufen auf der Homepage des
örtlichen Tierheims dazu auf, die Polizei nicht pauschal zu verurteilen:
"Es handelt sich hier um einen Einzelfall", schreibt Leiterin
Ursel Gericke. "Es ist nicht üblich, dass kleine, ängstliche Hunde
von der Polizei abgeknallt werden."
Der
Fall liegt mehrere Tage zurück. Der sieben Jahre alte Mischlingshund Fiodor
war am Mittwoch vor einer Woche aus seinem neuen Zuhause in Asperg
entwischt. Tagelang irrte der Rüde umher - auch in der Nähe der Autobahn.
Als zig Anrufe bei der Polizei eingingen und Autofahrer "von gefährlichen
Bremsmanövern auf der A 81 wegen eines Hundes" berichteten, rückte
die Polizei mehrfach aus. Es gelang ihr jedoch nicht, den Vierbeiner
einzufangen. "Weil Gefahr für Leib und Leben der Verkehrsteilnehmer
auf der Autobahn bestand", entschied ein Hundeführer, das Tier zu
erschießen.
"Sinnlos, insgesamt Polizei zu
verdammen"
Mitarbeiter des örtlichen Tierheims, die
auch alarmiert wurden, kritisierten den Einsatz und sprachen von "einer
bestialischen Hinrichtung". Der Tierschutzverein Ludwigsburg erstattet
deshalb Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.
Da
es inzwischen viele Reaktionen auf den Vorfall gibt, appelliert das Tierheim
Ludwigsburg an alle Hundebesitzer: "Es ist sinnlos, jetzt insgesamt die
Polizei zu verdammen", erklärt Leiterin Ursel Gericke. "Viele
Polizisten bringen regelmäßig Hunde zu uns, die sie sorgfältig
eingefangen haben.
Die
Polizei Ludwigsburg ist überzeugt, "dass der Einsatz gerechtfertigt
war", sagt Sprecher Peter Widenhorn. "Der Kollege ist ein
erfahrener Hundeführer. In einer solchen Situation muss innerhalb von
Minuten eine Entscheidung getroffen werden."
Alle Zeugen sollen befragt werden
Die
Polizei hat angekündigt, den Vorfall intern noch einmal zu prüfen. In den
nächsten Tagen sollen alle Zeugen befragt werden. "Wir überlegen, ob
wir eine öffentliche Stellungnahme dazu abgeben, aber erst nach Abschluss
der internen Untersuchung", sagt Widenhorn
Dass die Polizei bei entlaufenen Hunden zur
Waffe greift, kommt selten vor. Im Oktober 2007 wurde bei Denkendorf ein
Vierbeiner erschossen, der auf der A 8 umherirrte. Auch damals hatten die
Beamten vergeblich versucht, das Tier einzufangen.
Ein Angestellter des städtischen
Vollzugsdienstes in Stuttgart wurde 2006 zu einer Geldstrafe verurteilt,
weil er einen kranken Hund erschossen hatte. Gegen das Urteil legte er aber
erfolgreich Widerspruch ein.
Liebe
Tierfreunde,
wir
danken Ihnen für das große Interesse am Schicksal Fiodors und für die
zahlreichen Beiträge.
Leider häufen
sich die unsachlichen Diskussionen und arten teilweise in Beschimpfungen und
Beleidigungen aus. Wir behalten uns aus diesem Grund vor, Einträge zu löschen
bzw. das Gästebuch „Fiodor“ zu schließen.
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