|
Vor ca. 2 Jahren wurden
die, jetzt 8jährigen Eurasierhündinnen Ina
und Shiba,
mit insgesamt 120 Hunden aus einer Massenzucht in Bayern befreit. Bis dahin
lebten sie in einem dunklen Schweinestall, um als Gebährmaschinen zweimal jährlich
Welpen für den Hunde- und Zoohandel zu produzieren. Mit dem Menschen nicht
sozialisiert, lebten diese sensiblen Tiere jahrelang ohne jeglichen
positiven Menschenkontakt. Sie kannten keinen Auslauf, keine Leine, kein
Gassi gehen, keine liebevolle menschliche Zuwendung, nichts dergleichen,
weshalb sie auch extrem scheu und verängstigt im Tierheim Ludwigsburg
ankamen.
Hier hat man sie mit zwei Rüden
im Zwinger vergesellschaftet, sie wurden aber außerhalb ihrer Hütte,
wohin sie sich ständig zurückzogen, kaum gesehen. Gassi gehen war
anfänglich nicht möglich. Erst nach einiger Zeit und mit viel Aufwand -
man musste sie aus der Hütte herausheben - Geschirr anziehen, dann liefen
sie, wenn auch sehr ängstlich, mit den Rüden mit; wollten aber unterwegs
nicht berührt werden. Inzwischen, mit viel Geduld, Liebe und Zuwendung ist
„Gassi gehen“ kein Problem mehr:
Hundehüttendach aufklappen
– begrüßen – kraulen - „hinten“ antippen, dann kommen sie raus - Türe
auf - freundliches gutes Zureden - raus aus dem Zwinger - man schüttelt
sich kurz - man freut sich- Schwänzchen über den Rücken gerollt- und los
geht´s!! Unterwegs lässt man sich inzwischen, wenn auch manchmal noch
etwas zögerlich, den
wolligen Pelz durchkraulen, den sie sich auch zweimal wöchentlich
bereitwillig kämmen lassen.
Es ist immer wieder ein
herrliches Erlebnis zu beobachten, wie die beiden allmählich ihre Scheu
ablegen. Unterwegs
bleiben wir oft stehen, denn andere Hunde, Radfahrer, Autos, Fußgänger…
werden gerne beobachtet - und man kann dann feststellen: „Die tuuun ja gar
nichts!“ Vögeln und Insekten wird nachgeschaut, Mauselöcher gemeinsam
und emsig erschnüffelt. Sehr gerne knabbert man an frischem Grün - Shiba
liebt Brennnesseln. Es ist goldig, wenn die beiden gut gelaunt, ihre weißen
Puschelschwänzchen über den Rücken gerollt, nebeneinander her trotten.
Eurasier sind rassebedingt
eher zurückhaltend und diese beiden, mit ihrem Erlebten umso mehr und doch
werden sie so nach und nach immer zutraulicher. Schön wäre, wenn Ina und
Shiba ihre weiteren Fortschritte in einem neuen Zuhause machen könnten,
denn beide leiden unter dem Tierheimalltag. Ständig lautes Gebell,
Ausspritzen der Zwinger, Besucher, etc., all das bringt Unruhe und sie
ziehen sich immer wieder in ihre Hütte zurück. Ein bestens eingezäunter
Graten, freundliche, geduldige Menschen, evtl. mit Eurasier- oder Cow Chow
–Erfahrung, die sich auf diese beiden liebenswerten Hunde einlassen möchten.
Das
wäre die Zukunft für Ina und
Shiba!
|