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Gekämpft
und doch verloren
Sie hat so unglaublich
gekämpft, die nur wenige Monate alte kleine Katze. Sie war nur noch ein
Schatten, ein bis zum Skelett abgemagertes Bündel von Haut und Knochen,
als wir sie, alarmiert durch einen Anruf, entdeckten. Sie lief mit letzter
Kraft kreuz und quer durch die Gegend . kippte vor
Schwäche immer wieder um, rappelte sich wieder auf, lief auf die
Autobahn und zum Glück wieder herunter, verschwand im Gebüsch und entzog
sich unseren Blicken. Wir konnten sie nicht mehr finden und mussten die
Suche zunächst abbrechen. Auf einen Anruf am Nachmittag hin machten wir
uns erneut auf die Suche, entdeckten die Katze und
konnten sie nach langem Hin und Her gerade noch erwischen, ehe sie im
Gestrüpp hinter einem Garten verschwinden wollte. Sie muß wohl ihre
allerletzten Kraftreserven mobilisiert haben, um immer wieder zu
entkommen.
Der Anruf einer Frau,
welche die Katze an der Hauptstraße vor dem P & R-Parkplatz gesehen hatte,
rief uns wieder auf den Plan. Diese Frau ging nicht vorbei, als sie das
geschwächte Tier entdeckte, sondern besorgte sofort an der nächsten
Tankstelle Futter und Wasser. Sie rief uns an, hat uns den Standort
beschrieben und ermöglicht, dass wir die Chance bekamen, das völlig
erschöpfte kleine Wesen einzufangen. Diese Frau hat nicht weggesehen wie
wohl viele anderen, denn die Katze muß sich über mehrere Wochen in
diesem Gebiet aufgehalten haben und sicher vielen Menschen begegnet sein.
Alles spricht dafür, dass das hilflose Katzenkind zu Beginn der
Urlaubssaison ausgesetzt und ohne Überlebenschancen allein gelassen
wurde. Das Angebot an Wasser und Futter wurde unverzüglich angenommen,
reduzierte jedoch die Chance, das Kätzchen mittels Lockstoffen in der
mitgebrachten Katzenfalle einfangen zu können, da es nun nicht mehr
hungrig war. Nachdem uns trotzdem gelungen war, das Kätzchen zu fassen,
das bis auf knapp 800 Gramm abgemagert war und seinem Alter entsprechend hätte
2,5 bis 3 kg wiegen müssen, hat sein schlimmer Zustand unseren
Rettungsversuch endgültig vereitelt: Das Tier war innerlich und äußerlich,
an blutenden Wunden und allen Körperöffnungen von Fliegenmaden befallen,
so dass unsere einzige Hilfe noch in Erlösung von seinen Qualen bestehen
konnte. Es hätte so gern gelebt, das kleine Kätzchen, hätte seine fröhlichen
Spiele mit Artgenossen getrieben und ohne Hunger und Durst seine
Erkundungsgänge in der Umgebung unternommen. Doch es war geboren, um
qualvoll zu sterben wie viele seiner Artgenossen auch.
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