| Wir erleben im
Tierheim-Alltag allerlei und auch im Umgang mit Katzen gibt es immer
wieder Problemfälle, mit denen wir behutsam umgehen müssen. Sei es, weil
die Tiere völlig panisch und extrem scheu sind oder sei es, dass die
Tiere auf Abwehr und Distanz gehen, weil sie mit der Situation Tierheim
einfach nicht umgehen können. Was jedoch Lou erlebt haben muss, dass er
sich so verhält, ist für uns völlig unbegreiflich. |
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Der ca. 2 jährige
kastr. Kater wurde im Tierheim abgegeben, da er eigentlich nur vorübergehend
von einem Freund übernommen wurde, dieser ihn dann jedoch nicht mehr zurück
wollte und Lou dort, wo er war, auf Dauer auch nicht erwünscht war.
Entweder ist Lou ein so extrem sensibler Kater, wie man es noch nie erlebt
hat und reagiert auf seine Art nun so massiv auf den mehrfachen
Besitzerwechsel oder er hat eine Zeit hinter sich, in der er misshandelt
wurde. Wir können nur spekulieren, was Hintergrund dafür ist, dass Lou
sich panisch aggressiv verhält. Lou zieht sich völlig zurück, kommt nur
über Nacht heraus und zeigt sich komplett ablehenend. Versucht man sich
ihm zu nähern, kann man in Sekundenschnell sehen, wie Lou größer und größer
wird, er knurrt, geht komplett auf Angriffsstellung, wächst um das
doppelte seiner Größe und scheint um sein Leben zu kämpfen. Egal, ob es
sich um Menschen handelt, um Spielzeug oder sonstiges - Lou wird von Dr.
Jekyll zu Hyde. Lou ist bisher 3 Wochen bei uns im Tierheim, doch nach wie
vor ist er nicht bereit, sich zu öffnen und zumindest etwas zu vertrauen.
Solange er in seinem kleinen Reich seine Ruhe hat, schläft er und kommt
nur über Nacht heraus. Betritt man sein Zimmer, wechselt er von einer
Sekunde auf die anderen von einem friedlich schlafenden Kater zu einer
vermeintlichen Furie. Welche Panik ihn auch immer so reagieren lässt -
wir warten ab und geben ihm all die Zeit, die er brauchen wird, um wieder
ein "normaler" Kater zu sein. Wie lange das dauern wird und ob
Lou überhaupt irgendwann bereit ist, sich zu beruhigen, können wir nicht
sagen. Doch wir haben all die nötige Geduld, die er brauchen wird und wir
werden nicht aufgeben, ihn aus seiner Reserve zu locken. |