Häufig werden hilflos erscheinende Jungvögel, vor allem von Kindern, aus lauter Übereifer aufgegriffen und durch falsche Behandlung "totgepflegt". Direkt nach Verlassen des Nestes und noch ungeübt im Fliegen, halten sich Jungvögel einige Zeit auf dem Boden auf, hüpfen piepsend umher und erwecken so den Eindruck völliger Hilflosigkeit. Sie werden jedoch von den Eltern nicht aus den Augen gelassen, eifrig weiter gefüttert und auf den nächsten Baum gelockt. In dieser kurzen Zeit sind sie leider eine leichte Beute für Katzen. Falls diese Bedrohung von der eigenen Katze ausgeht, sollten Sie diese vorübergehend wegsperren. Die Aufzucht der Jungvögel sollte ausschließlich den Vogeleltern vorbehalten bleiben, selbst wenn ein Elternteil ausfällt, übernimmt in der Regel der zweite die Aufzucht. Ein aus dem Nest gefallenes Jungtier kann vorsichtig aufgenommen werden und falls auffindbar, ins Nest zurückgesetzt werden, da Vögel nicht über den Geruchssinn anderer Wildtiere verfügen.
Einzig erlaubter Zugriff gilt für verletzte, innerhalb mindestens zweistündiger Beobachtungszeit nicht mehr gefütterter, geschwächte Tiere. Erste Hilfemaßnahme: einige Tropfen Wasser auf den Schnabel bei leicht seitlicher Haltung des erschöpften Vogels. Kleinen Karton mit Küchenkrepp auspolstern, mit Luftlöschern versehen und den Vogel darin ganz in Ruhe lassen. Sofort fachkundige Hilfe (ggf. Tierheim) in Anspruch nehmen. Dabei sollte das Aussehen des Jungvogels, besonders die Form des Schnabels (Insekten / Körnerfresser?) genau beschrieben werden. Jungvögel sind leicht an den weichen gelben, noch nichtverhornten Schnabelwinkeln zu erkennen. Allen Vögeln, jungen wie alten, können Sie den ganzen Sommer über viel helfen, wenn Sie in Vogelbädern, die weit sichtbar aufgestellt werden, Trink- und Badewasser anbieten. Am liebsten werden solche mit einer Kieselschicht am Boden angenommen, wo der Vogel die Wassertiefe genau einschätzen kann. Besonders hier sollte der Schutz vor lauernden Katzen beachtet werden, da nasse Vögel nicht schnell genug hochfliegen können und so eine leichte Beute für Katzen darstellen.
|
|||||