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Liebe Frau
Gericke,
hier sind nun
endlich zwei von den ersten Bildern unseres Schatzes. Neu
eingekleidet auf der Wiese beim Zottelspiel und stolz im
Wohnzimmer. Er ist seit der ersten Minute stubenrein, verhält
sich vorbildlich und ist einfach zauberhaft, ein wahrer
Charmeur und oft herzerfrischend lustig. Einzig unser
Treppenhaus hat ihm am Anfang feuchte Pfoten bereitet, durch
die langen zögerlichen Aufenthalte darin hat er auch schon
die meisten Hausmitbewohner kennengelernt. Inzwischen ist
das Vertrauen zu uns soweit gewachsen, dass er mutiger wird
und vor dem Geräusch der Holzstufen keine große Angst mehr
hat. Er reagiert auch schon auf Ansagen wie
"Treppe hoch" und "Treppe ab", nach nur
ein paar dutzend mal hören. Mit einem Nachbarshund hat er
sich bereits angefreundet, der ist klein genug, um nicht
bedrohlich zu wirken und sehr freundlich. Er entwickelt eine Ahnung
davon, wie diese neuen Menschen am anderen Ende seiner Leine
sich Begegnungen mit anderen Hunden vorstellen und versucht
eifrig, dieser Vorstellung zu entsprechen. Sehr
erstaunlich findet er allerdings unsere Angewohnheit, seine
strategisch sorgfältig platzierten Kothaufen einzusammeln,
ein Weilchen in knisternden Tüten mitzutragen und dann in
Abfallbehältern zu versenken. Der ganze Hund ein einziges
Fragezeichen: "Was bitte treibt ihr da?".
Spielzeit auf der Wiese ist sein größtes Vergnügen und er
wälzt sich genußvoll und lächelnd im Gras und tollt
ausgelassen herum. Seinen neuen Quietschball hatte er allerdings
nach nur zwanzig begeisterten Minuten erlegt, das war
wohl nur die Ausführung für den Westentaschenwolf.
Alles, was Töne macht, ist von allergrößtem Interesse,
die Papageien morgens auf dem Nachbardach, singende Kräne,
gurgelnde Gullys, Brücken mit hohl klingenden Holzbohlen.
Angebellt hat er davon noch nichts, er ist nur ständig mit
Eindrücken sammeln beschäftigt. Nase und Ohren arbeiten
unter Volldampf und er saugt Informationen auf wie ein
Schwamm. Dazwischen läßt er sich mit vielen erleichterten
Seufzern auf seiner Decke nieder, entwirft seine neue innere
Landkarte und betrinkt sich mit Streicheleinheiten.
Mit lieben Grüßen
bis bald, Beate Müller
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