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Gerlinde und Ben Hur, zwei schwer zu vermittelde Katzen haben ein gemeinsames Zuhause gefunden

 

Rückmeldung vom 17.08:

viele Grüße von Gerlinde und Ben Hur. Beide haben nun doch neue Namen: Geraldine und Emil.

Geraldine hat sich bereits einigermaßen gut eingelebt. Zuerst war sie im kleinen Zimmer mit Bettchen, Futter, Wasser und Toilette. Das war ihr aber zu klein. Sie hat relativ schnell den Flur erkundet. Da sie ja so gut wie blind ist, immer mit der Nase fast am Boden und das Köpfchen mal nach rechts mal nach links. Sie stößt höchstens mit der Ohrspitze an, da sie langsam läuft. Das macht ihr aber nichts aus. Der Boden ist gefliest mit verschiedenen Teppichen und Läufern, sodass sie dabei sehr gut unterscheiden kann. Am Samstag kam sie bereits ins Eßzimmer und hat das Futter der anderen entdeckt. Dann ging sie in die Küche. Am Balkonabsatz machte sie Halt. Ich hab ihr am Sonntag gezeigt, dass sie da drüber kann und dann ging sie gleich auf dem Balkon spazieren. Ab und zu setzt sie sich hin und schläft so ein bißchen. Dann geht sie wieder zurück und findet auch den Weg. Ich hab ihr dann schon manchmal die Richtung gezeigt, aber das will sie gar nicht. Sie lässt sich auf den Arm nehmen und freut sich, wenn man sie streichelt. Aber alles nicht zuviel. Die anderen Katzen schauen sie noch etwas seltsam an, da sie ja mit ihr schmusen möchten. Aber Geraldine versteht das noch nicht und knurrt dann. Aber das lernt sie noch. Heute morgen nach dem Aufstehen hab ich ihr wieder Futter ins kleine Zimmer gestellt. Aber sie kam recht "schnell" zu den anderen zum Fressen. Nun hab ich ihr im Eßzimmer ein Bettchen gezeigt, dann muss sie nicht immer zurück. Die Toiletten hat sie auch recht schnell gefunden. Alles in allem ist Geraldine eine Bereicherung für uns und wir lernen daraus, dass man auch mit solchen Behinderungen noch gut leben kann.  

Emil ist natürlich noch vorsichtig. Am Freitag schlief er auf der Treppe im Flur. Samstag und Sonntag tagsüber unter der Couch. Gefressen hat er gleich und auch die Toiletten gleich akzeptiert. Am Samstagabend kam er unter der Couch hervor und erkundete die Wohnung. Den großen Kratzbaum, die Küche, den Balkon. Er sah ab und zu aus seinem Versteck und beobachtete mich. Am Sonntag war er wieder den ganzen Tag verschwunden unter der Couch. Er hat nicht mal gefrühstückt. Ab 18 Uhr kam er wieder raus und von da an war es viel besser. Er hat sich mit Terry und Geordy (Siamkater) angefreundet und sie rannten durch die Wohnung. Auch ich störte nicht mehr ganz so sehr. Auch wenn er mir noch nicht zu nah kam. Heute Morgen kam er gleich mit den anderen zum Frühstück. Als ich noch ein weiteres Futterschüsselchen brachte, waren wir ca. 1/2 m auseinander.

Emil ist ein wunderschöner Kater. Sehr verspielt. Und ich glaube, dass wir noch gute Freunde werden. Er beobachtet die anderen Katzen, wie sie mit mir umgehen und sieht dann natürlich, dass da alles in Ordnnug ist und wir spielen, schmusen und streicheln. Er braucht Zeit und die bekommt er.

 

Rückmeldung vom 19.08.:

liebe Grüße von meinen neuen Mitbewohnern. Gerladine gewöhnt sich so langsam an die anderen. Morgens wenn ich die anderen begrüßt habe, die ja fast alle vor meinem Schlafzimmer schon warten, gehe ich zu Geraldine und mache das Licht an. Das bekommt sie mit. Dann begrüße ich sie. Und sie freut sich. Wenn ich das Essen für die Kerlchen gerichtet habe, trage ich Geraldine aus dem kleinen Zimmer ins Esszimmer. Dann freut sie sich noch mehr und frißt mit den anderen. Heute ging sie nicht zurück sondern ging ins Wohnzimmer und setzte sich mitten auf den Teppich. Zu anfangs dachte ich noch, ob sie wohl zurechtkommt. Aber sie kennt sich bereits gut aus und sie hat ja Zeit. Wenn sie ermüdet, setzt sie sich einfach hin und ruht sich aus. Sie frißt sehr gut und hat sicher schon zugenommen. Am liebsten mag sie Hühnchen. Ich füttere ab und zu almo nature, kleine Dosen mit purem Huhn und 1 % Reis. Das lieben sie alle. 

Emil ist nun fast immer dabei. Er sieht mich noch manchmal etwas skeptisch an. Gestern habe ich ihm den Finger hingehalten mit etwas Sahne. Er kam her und hat hingerochen. Dann hatte er einen kleinen Tupfer auf der Nase. Heute morgen kam er wie alle zum Frühstück und ich hielt ihm wieder ein Tellerchen unter die Nase. Da hat er gleich gegessen. Am Montag abend hat er sich neben die Couch gelegt, auf der ich saß. Also es wird täglich besser. Gestreichelt habe ich ihn noch nicht. Aber ich lasse ihn auf mich zukommen.

 

Rückmeldung vom 20.08.:

heute Morgen ließ Emil es zu, dass ich ihn streichelte, als er gerade beim Essen war. Und zwar mehrere Male. Also das hätte ich nun doch nicht erwartet. Deswegen musste ich dir das gleich schreiben. Bin mal gespannt, wann er zu mir auf den Schoß kommt, bzw. wann ich ihn hochnehmen darf. Das dauert sicher noch ein bißchen. Aber ich bin so froh für ihn. Gestern war Geraldine zum ersten Mal mit mir auf der Terrasse und im Gras. Sie hat es glaube ich genossen. Denn ich konnte sie dann alleine lassen und sie legte sich dann hin, so richtig entspannt. Bei der Hitze wohl auch kein Wunder. Zuerst dachte ich, ob es ihr wohl was ausmacht, da sie ja schlechte Erfahrungen gemacht hat, wenn sie im Freien ist. Aber gar nicht. Ich sah immer wieder nach ihr. Aber sie war mit sich und der Welt zufrieden. Emil war nun noch nicht draußen. Ich dachte, er soll zuerst mal mehr Vertrauen fassen. Dieses Schreckhafte hat er aber schon zum Teil von den Siam. Die sind nämlich sehr sensibel und man muss aufpassen, dass es nicht zu laut ist. Also Kindergeschrei ist für diese Tiere nichts. Zumindest nicht auf Dauer. Aber Katzen mögen es ja eh nicht, wenn es zu laut ist.

Manchmal denke ich, es ist Fügung, wenn man wie ich z.B. letzte Woche auf eure Internetseite ging und die beiden sah. So war es damals auch mit Terry. Irgendwas sagt zu einem, sieh da mal hin und kümmere dich. Und dann kann man nicht anders.

 

Rückmeldung vom 24.08.:

Emil entwickelt sich zu einem wunderbaren Kater. Dieser einst so scheue und panisch reagierende Kater lässt sich streicheln und auf den Arm nehmen. Er ist neugierig wie alle Katzen. Emil ist ein total liebes Kerlchen. Es ist wunderbar. Mit den anderen hat er sich prima angefreundet. Seit Samstag darf er auch mit den anderen in den Garten. Das liebt er besonders. Wenn man bedenkt, dass er erst seit 10 Tagen bei uns wohnt, hat er eine rasende Entwicklung hinter sich gebracht. Natürlich hat er noch Momente, wo er ängstlich reagiert. Gerade wenn man etwas in der Hand hat. Aber wenn man ihn dann beim Namen ruft und mit ihm spricht, bleibt er stehen und sieht einen an. Bis er lernt, dass Gegenstände nicht gegen ihn gerichtet sind, wird wohl noch etwas dauern. Aber die Zeit hat er.    

Neulich kam Emil zu mir, als ich gerade Geraldine streichelte, und drückte sich an mich. Das war für mich einfach überwältigend. Dann legt er sich hin und fordert einen auf, ihn zu streicheln. Das ist wunderbar. Emil bedankt sich nochmal für alles, was ihr für ihn getan habt.

Geraldine lässt recht herzlich grüßen. Ihr geht es den Umständen entsprechend sehr gut. Sie geniesst das Leben so gut sie kann. Trotz dass sie fast blind und fast taub ist, kommt sie prima zurecht. Sie ist zwar viel im kleinen Zimmer, in dem sie die Ruhe hat, die sie braucht. Aber wenn es ans Essen geht, kommt sie zu den anderen. Sie geht alleine durch die Wohnung. Sie entdeckt täglich Neues. Natürlich geht alles sehr langsam. Aber sie kann sich ja Zeit lassen. Geraldine bekommt mit, wenn man sich ihr nähert. Dann freut sie sich und schnurrt. Auch mit den anderen kommt sie prima zurecht. Und die anderen mit ihr. Ihre Behinderungen werden akzeptiert und sie lassen sie in Ruhe. Auch draußen auf der Terrasse fühlt sie sich wohl. Aber nicht zulange. Dann kommt sie wieder herein. Die Wärme macht ihr da schon zu schaffen. Aber auch sie hat sich wunderbar eingelebt und bedankt sich nochmal recht herzlich. Ihr habt ihr das Leben gerettet und sie gesund gepflegt. Das wird sie euch nie vergessen. Deshalb freut sie sich auch so ihres Lebens. Vielen Dank.  

 

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